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19.09.2018 18:50:47


Die Wappenfelsen


Wappenfelsen
Die Felsmalereien entstanden während des Ersten Weltkrieges, als die strategisch bedeutende Talenge mit Bahn und Strasse beim Chessiloch vom Militär bewacht wurde. Als ein begabter Soldat das Wappen seiner Einheit an den Felsen malte, wollten seine Kameraden nicht abseits stehen und brachten ebenso gekonnt ihre Wappen an. Nach und nach entstanden an die 60 Erkennungszeichen, meist in Wappenform gemalt oder in den Stein gehauen. Die Felsmalerei wurde zur Attraktion, die von vorbeifahrenden Zuggästen sowie Scharen von Besuchern bestaunt wird. Die Wappenfelsenanlage ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal des Kantons Basel-Landschaft.

Der Glögglifels
An der Wegstrecke Pfeffingen–Nenzlingen befindet sich der Glögglifels. Man nimmt an, dass hier die römische Strasse von Augusta Raurica (Augst) nach Aventicum (Avenches) und Petinesca (Studen/BE) führte. Allerdings eignete sich der schmale Durchgang beim Glögglifels nur für kleine und leichte Wagen. Auf einer Länge von mehreren Metern ist die etwa ein Meter breite Rad- und Fahrrinne gut zu erkennen. Möglicherweise stammt der Name "Glögglifels" daher, dass die Fuhrleute mit einer Glocke den Zöllner rufen mussten, damit er ihnen das Tor, das den Durchgang absperrte, öffnete.

Der Stundenstein
Stundensteine sind eine Besonderheit des Kantons Bern, zu dem Grellingen bis 1993 gehörte. Sie sind Teil eines Routen-Strecken-Systems, das der Staat Bern in Nachahmung des römischen Systems in seinem ganzen Gebiet anlegen liess. Einerseits gaben sie die Distanz zwischen Bern und dem Ort der Steinsetzung in Wegstunden an, andererseits waren sie Hoheitszeichen. Das Laufental weist heute noch vier Stundensteine auf, die unter Denkmalschutz stehen. Einer davon befindet sich an der Delsbergstrasse 23. Er dürfte um 1825 gesetzt worden sein und gibt in französischer Sprache die Distanz nach Bern mit 22 Wegstunden an. Eine Wegstunde entsprach 16'000 Fuss, d. h. ca. 4'800 Metern.

Die Dorfbrunnen
Von früher neun Brunnen gibt es heute noch vier. Der Brunnen im Unterdorf stammt von 1843. Er soll auf einem Schlitten, von zwölf Ochsen gezogen, von Laufen nach Grellingen gebracht worden sein. Älteren Datums, um 1900 errichtet, ist sonst nur noch der Brunnen an der Baselstrasse bei der ehemaligen Filiale der Basellandschaftlichen Kantonalbank.

Die Gemeindeverwaltung
Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1909 von den Architekten Renck & Vuilleumier aus Moutier bzw. Tavannes. Für den Bau wurden vorwiegend Baumaterialien aus der Gegend verwendet: Jura-Kalksteine und farbige Sichtbacksteine, für den Fassadenverputz Ettinger-Sand. Die Aussenfassade wurde 1998 vollständig restauriert. Die Gemeindeverwaltung gehört zu den geschützten Kulturdenkmälern des Kantons Basel-Landschaft.

Die Kunst in der St. Laurentius-Kirche
In der 1835 erbauten katholischen St. Laurentius-Kirche befinden sich einige sehenswerte Statuen und Bilder sowie ein Taufstein von I. Pellegrini. Die Skulptur des Kirchenpatrons St. Laurentius stammt aus der Zeit um 1500 aus der Schule des Bildschnitzers und Malers Michael Pacher (1440–1498); die übrigen Skulpturen wurden zwischen 1650 und 1880 geschaffen. Die Stationenbilder im Stil der deutschen Romantik sind das Werk des Grellinger Malers Jakob Schmidlin (um 1800.) Der formschöne Taufstein aus weissem Marmor gilt als Jugendwerk des Basler Bildhauers und Architekten Isidoro Pellegrini (1871–1954).